Jusos Potsdam

Jusos Potsdam begrüßen den neuen Dialog zur Potsdamer Stadtmitte und den möglichen Erhalt des Rechenzentrums

Die Potsdamer Jusos begrüßen die von der Potsdamer SPD-Fraktion angeregte Idee eines Architekturwettbewerbs, sofern dieser offen und transparent gestaltet wird. Einen originalgetreuen Wiederaufbau der Garnisonkirche samt Kirchenschiff lehnen wir entschieden ab.

Die Außerordentliche Sitzung des Hauptausschusses der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung vom 24. Januar 2020 hat noch einmal die vielen widerstreitenden Interessen und Ideen rund um das Rechenzentrum und den möglichen Wiederaufbau der Garnisonkirche offengelegt. Die Potsdamer Jusos fordern, dass, wenn der Turmbau fortgesetzt wird, architektonisch ein deutlicher Bruch zur Vergangenheit erkennbar sein muss. Dass über den Bund Steuermittel in den Turmbau fließen, sehen wir kritisch. In jedem Fall lehnen wir einen Wiederaufbau des Kirchenschiffes ab. Der originalgetreue Wiederaufbau einer Kirche, die nicht zuletzt den Beginn der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft markiert, zielt nicht auf einen behutsamen Umgang mit diesem historischen Ort ab. Mit Blick auf die drei im nahen Umkreis bereits bestehenden Kirchen, sieht auch der Kreiskirchenrat keinen Bedarf für einen Wiederaufbau des Kirchenschiffs. Daher fehlt uns jegliches Verständnis für die Positionierung der Jungen Union in Potsdam.

Wir begrüßen, dass Oberbürgermeister Mike Schubert einen neuen, offenen Dialog angestoßen hat. In einem möglichen Architekturwettbewerb, für den sich die SPD-Fraktion ausgesprochen hat, muss auch weiterhin ein Erhalt oder zumindest Teilerhalt des Rechenzentrums mitgedacht werden.
In dem Wettbewerbsverfahren müssen alle interessierten Gruppen mit eingebunden werden und die Entscheidungsgewalt muss stets bei der Stadtverordnetenversammlung als Vertreterin der Stadtgesellschaft verbleiben und darf nicht privaten Investoren überlassen werden. Nur so können zukünftig Fehler wie bei dem Abriss der Fachhochschule vermieden werden.

Den Beschluss des Stadtparlaments für ein neues Kreativquartier befürworten wir ausdrücklich. In einer stetig wachsenden Stadt müssen auch Freiräume für Kunstschaffende diesem Wachstum standhalten. Darum schließen sich Kreativquartier und Teilerhalt des Rechenzentrums auch nicht aus. Damit die freie Entfaltung der Potsdamer Kulturlandschaft nicht gefährdet ist, muss langfristig sichergestellt werden, dass die Mieten auf einem bezahlbaren Niveau bleiben.

Wir wünschen uns, dass die Stadtmitte zu einem Ort wird, der die Potsdamerinnen und Potsdamer verbindet und nicht spaltet, ein Ort, der alle gleichermaßen einlädt, gemeinsam zu lernen und sich kritisch mit den unterschiedlichen Epochen der Potsdamer Geschichte auseinanderzusetzen. Dafür wäre die Rekonstruktion des Kirchenschiffs der Garnisonkirche qua Funktion als Haus nur einer Religionsgemeinschaft und mit seiner Anknüpfung an eine ganz bestimmte Epoche unserer Geschichte in jedem Fall die falsche Form.

Der Vorstand der Jusos Potsdam